Donnerstag, 24. Februar 2011

The story of meatballs or how to get depressed in one second

Letzte Woche bekam ich einen Anruf von meiner Schwägerin. „Ob ich wohl nächsten Mittwoch schon was vor hätte?“ – „Nö, warum?“ – „Sie (Schwägerin+Schwager+Kind1+Kind2) wären auf der Durchreise nach Hamburg und würden wegen der Kinder in H-Town einen Übernachtungs-Zwischenstopp einlegen. Und da würden sie uns gerne Abends so um sechs treffen wollen.“ – „Ne, klar, ich hab zwar einen Termin, aber den kann ich bestimmt verschieben. Ich koch euch was! Kommt vorbei, ich freu mich! Herr Perle ist ja unter der Woche nicht da, aber vielleicht kann er’s ja einrichten.“ Die Familie wohnt in unserer Heimatstadt, ca. 450km von H-Town weg. Eine Strecke, die Herr Perle und ich gerne 1× im Monat fahren um Familie und Freunde zu besuchen. Leider fährt nur sehr selten jemand in unsere Richtung, um uns zu besuchen! Drum freu ich mich, dass endlich mal jemand vorbei kommt!

Alles klar. Ich verschiebe also meinen Termin (was nicht leicht ist, weil man immer nur mit ca. vier Wochen Vorlaufzeit einen Termin bekommt). Sport fällt na klar auch aus, ich nehm mir einen halben Tag Urlaub, damit ich nochmal staubsaugen und einkaufen kann. Sogar Herr Perle hat seine Geschäftsreise so organisiert bekommen, dass er Mittwoch in H-Town ist und frei hat. Ich überlege tagelang, was ich denn zu Essen machen könnte, um auch die Kinder glücklich zu machen.

Alles läuft. Der Urlaub ist genehmigt! Nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschieden Mini-Fleischpflanzerl mit Nudeln und Tomatensoße zu machen – alles getrennt voneinander. Weil, falls eines der Kinder keine Soße, keine Nudeln, oder keine Hackbällchen mag, kann’s das einfach weglassen. Dazu gibt’s einen gemischten Salat, um auch noch ein wenig Gemüse auf den Tisch zu bringen. Ich bin von mir selber begeistert! Am Tag vorher telefoniere ich nochmal mit meiner Schwägerin und dem Schwager. Ich erzähle, dass ich schon eingekauft hab und wir uns freuen, dass Sie mal vorbei kommen. Schließlich haben Sie die neue Wohnung (wir leben jetzt schon seit 1,5 Jahren da) noch nicht gesehen! „Ach, du hast schon eingekauft? Dann fahren wir am besten ein bisschen früher los, damit wir in Ruhe miteinander Essen können!“ Das wird super! Ich freu mich!

Alles fertig. Eingekauft, aufgeräumt, gesaugt, gewischt und mich aufgehübscht – der Besuch kann kommen. Ich steh grad im Bad und kämpfe mit meinen Haaren, da kommt Herr Perle rein und sagt: „Rate!“. Ich „Sie schaffen’s nicht..“ Ich überlege kurz und frage mit dem letzten Fünkchen Hoffnung: „Gar nicht?“ - Es ist so, wie Herr Perle es beim Mittags-Sushi prophezeit hat: „Sie schaffen es nicht rechtzeitig los zu fahren und kommen deshalb vor acht oder neun nicht an!“ Klar, im innersten meines schlauen Kopfes war es mir von Anfang an klar, dass das nichts werden kann. Diese Familie kommt immer zu spät! Und wir reden hier nicht von fünf bis zehn Minuten zu spät, nein, es sind eher Stunden..
Ich kann’s ja ein wenig verstehen, die Stecke ist lang und man kann sich schnell verkalkulieren, aber warum kann man nicht einfach ein Stündchen eher losfahren? Ich kapier es nicht! Mach ich doch auch, wenn ich einen Termin habe und eine lange Strecke vor mir liegt. Naja, Fakt ist, wenn die erst um acht in H-Town ankommen, müssen sie erst noch im Hotel einchecken und (aus welchem Grund auch immer) einen Leihwagen abholen. Grob gerechnet ist es dann halb neun bis neun und zumindest der Dreijährige sollte dann schon mal ins Bett.
Ich schminke mich ab, brate meine Mettbällchen und mach mir und Herrn Perle ein Bier auf. Prost!

Vielleicht mache ich beim nächsten Mal lieber einen Termin zum Frühstücken aus!
Schlaft gut, eure Perle

Und das haben sie verpasst:


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